Spondylose

Spondylose

Spondylose entwickelt sich über einen langen Zeitraum und wird oft erst erkannt, wenn die Krankheit schon fortgeschritten ist. Sie tritt meistens beim Hund auf, in seltenen Fällen jedoch auch bei Pferden.


Vereinfacht gesagt handelt es sich bei Spondylose um eine Verkalkung bzw. Verknöcherung der Wirbelsäule. Diese führt im Laufe der Zeit zu einer immer größeren Versteifung der kompletten Wirbelsäule.


Da es sich um eine Erkrankung der Knochen handelt, sind die Veränderungen durch Röntgen sichtbar zu machen:

Quelle: http://www.franzoesische-bulldogs.de/spondy16.jpg

Auf dem Bild kann man erkennen, dass bereits richtige "Nasen" (schwarze Pfeile) an den der Wirbel entstanden sind und diese sich miteinander verbunden haben. Die Verknöcherungen treten bei Spondylose an der Unterseite der Wirbel auf, wie auf dem Bild zu Sehen. Es verknöchern NICHT die oberen Enden der Wirbel miteinander (wie bei der Pferdeerkrankung „kissing spines“ ).


Was sind die Ursachen der Krankheit?


Der Grund für die „Brückenbildung“ zwischen den einzelnen Wirbeln ist immer der Gleiche: mehr STABILITÄT für die Wirbelsäule. Genau diese Stabilität ist dem Körper nämlich verloren gegangen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig: Ganz vorne ist hier wieder
das „Alter“ zu nennen, aber auch Unfälle, Übergewicht und Überbelastungen können zu Spondylose führen. Auch die genetische Veranlagung darf nicht unterschätzt werden.


Was bedeutet die „Diagnose“ für mein Tier?


Die Erkrankung entwickelt sich, wie oben bereits erwähnt, schleichend. Anfangs stellt man häufig eine
Bewegungsunlust des Hundes fest. Er liegt viel, springt nicht mehr gerne ins Auto und bewegt sich langsamer als sonst. Vielleicht kam es schon einmal zu einem unerklärlichen „Schmerzschrei“, wenn sie ihren Hund über den Rücken gestreichelt haben oder ihn hochheben wollten.


Während des Krankheitsverlaufes kann es schubweise immer wieder zu sehr starken Rückenschmerzen des Tieres kommen. Damit verbunden ist manchmal ein
ungewohnt aggressives Verhalten des Tieres festzustellen.


Bei übermäßiger Belastung kann es dazu kommen, dass eine „Brücken“, die sich gebildet hat wieder bricht, dies sollte unbedingt vermieden werden! Es führt zu heftigen Schmerzen und kann schwere Entzündungen nach sich ziehen.


Desweitern geht die Erkrankung oft mit einem starken
Abbau der Rücken- und Hinterhandmuskulatur einher. Die wenige Muskulatur, die übrig bleibt, verhärtet sich stark, um weitere Stabilität zu liefern. Dies führt zu weiteren Schmerzen.


Meine Erfahrung zeigt, dass die Hunde sehr unterschiedlich reagieren. Sowohl bei der physiotherapeutischen Behandlung, wie auch im Alltag mit Frauchen & Herrchen. Es gibt Hunde, die die Behandlung sehr genießen und keinerlei Abwehrverhalten zeigen. Das betrifft zum Glück den
Großteil der Patienten ;) . Es gibt allerdings auch Patienten, die schon bei der Berührung des Rückens sehr aggressiv reagieren und deshalb ausschließlich mit Maulkorb behandelt werden können. Erfahrungsgemäß bessert sich dieses Verhalten aber im Laufe der Zeit, wenn die Hunde wissen, was während der Behandlung passiert.


Die Spondylose wird besonders bestimmten Hunderassen zugeschrieben, diese Aussage kann ich nicht ganz teilen. Bei meinen Spondylose -Patienten sind sämtliche Rassen vertreten.


Wie wird die Krankheit behandelt?


Diagnose und Erstbehandlung sollte
ausschließlich durch den Tierarzt erfolgen. Im weiteren Verlauf der Krankheit, wird der Tierarzt immer wieder gebraucht, wenn es zu besonders starken und schmerzhaften Schüben kommt.


Die
Physiotherapie spielt bei dieser Erkrankung eine wichtige Rolle. Das erste und wichtigste Ziel ist die SCHMERZLINDERUNG und das größtmögliche hinauszögern eines neuen Schmerzschubes. Diese erfolgt durch tonus-senkende Massagen, welche immer wieder die Muskulatur lockern. Auch die Behandlung der Faszien ist bei dieser Erkrankung unverzichtbar.  Besonders bei älteren Patienten spielt natürlich auch der Erhalt der Beweglichkeit des restlichen Körpers eine große Rolle.

Um weitere Schmerzschüben vorzubeugen, muss neue Muskulatur aufgebaut werden. Hier gibt es spezielle Übungen, die Sie selbst täglich mit ihrem Hund machen können. Welche Übungen für ihren Hund am besten sind und wie man diese durchführt, erkläre ich Ihnen gerne.

Share by: